Faseroptische Temperaturmessung unterstützt bei Elektromobilität

Erschienen in Ausgabe 9 der ELEKTRONIK PRAXIS, September 2018

In der Produktentwicklung und Verifikation von typischen mechatronischen Anwendungen gehören Temperaturen nach wie vor zu den wichtigsten Prozessgrößen. Um diese zu erfassen, nutzen Test-Ingenieure die klassischen elektrischen Sensortypen wie Thermoelemente, RTDs (PT100/1000) oder NTCs. Diese haben sich durchgesetzt und werden seit Jahrzehnten sicher beherrscht. Doch die aktuellen Umbrüche im Fahrzeugbau – Stichwort E-Mobility -stellen diesen etablierten Ansatz zunehmend infrage. Neue Konzepte mit Sensoren auf Basis von Faseroptik mit Interferenzfiltern (Faser Bragg-Gitter bzw. „FBG“) begegnen dagegen den neuen Anforderungen, die Hochspannungsumgebungen mit sich bringen. Sie bieten durch das rein optische Messprinzip ein perfektes Isolationskonzept gegenüber Hochspannung und sind gänzlich immun gegen elektromagnetische Störungen. Diese Vorteile weisen auf Fragen des Handling, der Arbeitssicherheit und der Haftung hin, welche in der Entwicklung und Produktion von elektrischen Antriebssträngen die Anwender vor unerwartete Herausforderungen stellen. Welche Spezialausbildung und Ausrüstung benötigt das beteiligte Personal beim Rüsten und im Betrieb, wenn bei konventioneller elektrischer Messtechnik die Kabel unter gefährlicher Spannung stehen können? Kann ein Zulieferer ganze Einheiten wie Batteriepacks als Test-Prüfling komplett instrumentieren und wie schützt man sich dagegen, dass diese dann nicht einfach zu deaktivieren sind? Wie werden Spezialkabel verlängert? Diese technischen, organisatorischen und auch rechtliche Fragen können durch den Einsatz von faseroptischer Messtechnik entschärft oder sogar komplett vermieden werden.

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